
„Wenn man wie ich seit 1997 YoYo spielt, ist das Mondial kein normales altes YoYo, sondern ein echtes Stück deutscher YoYo-Geschichte. Ende der 90er waren CNC-Aluminium, Kugellager und fein einstellbare Gaps alles andere als selbstverständlich.
Nach heutigen Maßstäben würde natürlich niemand das Mondial gegen ein aktuelles Competition-YoYo antreten lassen. Darum geht es aber nicht: Dieses YoYo zeigt, wie High-End aussah, bevor moderne YoYos überhaupt so aussahen wie heute. Für Sammler finde ich das enorm spannend.“
Das CameYo Mondial wurde vom deutschen YoYo-Entwickler Harry Baier entworfen und 1998 veröffentlicht.
Aluminium-YoYos mit Kugellager waren zu dieser Zeit noch keineswegs selbstverständlich. Das Mondial ging sogar mehrere Schritte weiter und kombinierte seinen Metallbody mit Gummiringen an den Außenkanten sowie einem ungewöhnlich fein einstellbaren Stringgap.
Statt die beiden YoYo-Hälften einfach stufenlos gegeneinander zu verdrehen, nutzte das Mondial einen Rastermechanismus. Dadurch ließ sich der Abstand zwischen den Hälften in sehr kleinen Schritten verändern und anschließend wieder stabil halten.
Das war zu einer Zeit, in der Response- und Gap-Tuning noch deutlich experimenteller waren als heute, eine bemerkenswerte technische Lösung.
Eine weitere Besonderheit war das integrierte Injection-System. Über eine Öffnung im Hub konnte Schmiermittel in Richtung Kugellager eingebracht werden, ohne das komplette YoYo auseinandernehmen zu müssen.
Heute wirkt das fast kurios – Ende der 90er war es ein echtes High-Tech-Feature.
Die Rechte an der Konstruktion gingen später an Duncan, die ebenfalls eine eigene Mondial-Version produzierten.
Das originale CameYo-Modell bleibt deshalb besonders interessant: Es steht für eine kurze, aber technisch außergewöhnlich innovative Phase deutscher YoYo-Entwicklung.